2. Rechnungsprüfertag, 2010

Tagung
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Gemeinsames Abendessen und gegenseitiger Austausch
Gemeinsames Abendessen und gegenseitiger Austausch

Public Corporate Governance, Internes Kontrollsystem und Compliance

Rückblick

Der zweite Rechnungsprüfertag® vom 21. bis 22.04.2010 gehört der Vergangenheit an und es freute uns sehr, dass das Interesse an der Veranstaltung nochmals angewachsen ist und wir mehr als 140 Teilnehmer aus fast allen Bundesländern begrüßen konnten. Dies zeigte abermals auf, wie wichtig und richtig es war, das IDR zu gründen. Die Vernetzung der kommunalen Rechnungsprüfer ist nach wie vor das Instrument um gemeinsam den Herausforderungen und den steigenden Anforderungen an die Rechnungsprüfung gerecht werden zu können. Nur in einem starken Verbund untereinander, lassen sich effektiv und effizient Prüfungsmethoden und Prüfungsinstrumente entwickeln und die Stellung der kommunalen Rechnungsprüfung stärken. Dabei ist und bleibt es erklärtes Ziel des IDR, alle die sich mit der Rechnungsprüfung befassen, also auch Wissenschaftler, die kommunalen Spitzenverbände und andere Prüfungsorganisationen,  in diesen Prozess einzubinden.

Das 2-tägige Symposium stand in diesem Jahr unter dem Titel “Public Corporate Governance, Internes Kontrollsystem und Compliance“.

Damit wurden wieder einmal sehr aktuelle Themen umfasst, die in nächster Zeit auch die Rechnungsprüfung immer wieder beschäftigen werden.

So ist die Sicherstellung einer adäquaten Kontrolle der Unternehmensleitungen, aufgrund der jahrzehntelangen Auslagerungen und Privatisierungen von Aufgaben der öffentlichen Hand, der Finanz- und Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Risiken für finanzielle Belastungen der öffentlichen Hand und nicht zuletzt durch die Einführung des doppischen Rechnungswesens  und der damit verbundenen Aufstellung von Gesamtabschlüssen zum „Konzern Kommune“  für alle Beteiligten, auch für die Rechnungsprüfung, eine wesentliche Zukunftsaufgabe. Es war uns daher eine Ehre, dass sich Herr Dr. Wilhelm Wilting vom Bundesfinanzministerium bereit erklärte als Referent zur Verfügung zu stehen. Mit seinem Vortrag „Compliance, Public Corporate Governance - Anforderungen an Überwachungs- und Leitungsorgane im Lichte der aktuellen gesetzlichen Entwicklungen und Rechtsprechung“ zeigte er aus „1. Hand“ aktuelle Entwicklungen zu den Anforderungen an die Überwachungs- und Leitungsorgane auf.

Im zweiten Vortag „Doppische Kennzahlen – Werkstattbericht zum Aufbau einer bundesweiten Datenbank“ ging Herr Thomas Knuth von der Gemeindeprüfungsanstalt NRW auf den Aufbau eines bundesweiten Kennzahlensets zur Beurteilung doppischer Jahresabschlüsse ein. Das Kennzahlenset soll - wie in der freien Wirtschaft gängige Praxis – die Rechnungsprüfer bei der Beurteilung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage unterstützen und Quervergleiche zu anderen vergleichbaren Kommunen ermöglichen. Aufgrund der unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen und Strukturen werden länderübergreifende Vergleiche nur mit Hinweis hierauf und in eingeschränktem Maße möglich sein. Neben den geprüften Jahresabschlussdaten sollen Strukturdaten eingebunden werden, um tiefergreifende Analysen durchführen zu können.

Nach den Themenforen, welche im Folgenden kurz aufgezeigt werden, folgte der letzte Vortrag der 1.Tages „Die Rechnungsprüfung als Motor der Innovation“ von Frau Helga Hornung vom Landeswohlfahrtsverband Hessen. In ihrem Vortrag ging Frau Hornung vor allem darauf ein, dass jede Prüfung auch für den Geprüften einen Mehrwert bringen sollte. Demnach solle das Ziel sein, vom vergangenheitsorientierten „Erbsenzähler“ zum aktiven „Veränderer“ zu werden. Um dieses Ziel erreichen zu können, braucht es neben qualifizierten Personal auch eine Akzeptanz seitens der Verwaltung.

Bei der Auswahl der Themen für die Foren hat sich  das IDR einerseits von der Aktualität des Themas, andererseits aber auch von den Rückmeldungen anlässlich des 1. Rechnungsprüfertages leiten lassen. Das sich beides nicht widersprechen muss, zeigt die Resonanz auf die verschiedenen Foren.

Im Themenforum 1 wurden die Zuhörer zunächst mit den Anforderungen an ein wirksames internes Kontrollsystem vertraut gemacht. Sie stellten fest, dass man beim IKS zwischen der  Aufbauprüfung (dem Vorhandensein und der Angemessenheit der  internen Regeln) und der Funktionsprüfung (werden die getroffenen Regeln tatsächlich angewendet und gelebt) unterscheidet. Im zweiten Schritt wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie Sie mit Hilfe einer Analysesoftware die Aufbauprüfungen wesentlich vereinfachen und unterstützen können.

Das Themenforum 2 beschäftigte sich mit der IT-gestützten Datenanalyse. Es wurde den Teilnehmern ein Einblick gegeben, welche Prüfschritte bereits heute durch den IDR-Arbeitskreis „Prüfmakros“ zur Unterstützung der Jahresabschlussprüfung entwickelt wurden und den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden könnten. Herr Blumenschein vom RPA der Stadt Stuttgart berichtete darüber hinaus über die Erfahrungen und Grenzen der Datenanalyse in Bezug auf den Datenschutz.
Auch das Thema Qualitätsmanagement in der Rechnungsprüfung rückt immer mehr in den Vordergrund. Mit der Einführung der Doppik, der Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage,  der Bewertung von Chancen und Risiken für die künftige Entwicklung der Kommune sowie der Abgabe von Bestätigungs- bzw. Versagungsvermerken sind die quantitativen aber auch qualitativen Anforderungen an die Rechnungsprüfung gewaltig gestiegen.

Das Themenforum 3 zeigte den Zuhörern Wege auf, wie sie zu einer Qualitätssicherung und Steigerung der Wirksamkeit der Prüfprozesse kommen können. 

Bei einem gemeinsamen Abendmenü blieb nach dem ersten Tag allen Teilnehmern genügend Zeit sich unter einander auszutauschen.

Am zweiten Tag des Symposiums berichteten Herr Güse und Herr Soller vom Rechnungshof der Freien und Hansestadt Bremen in ihrem Vortrag „Rolle der kommunalen Rechnungsprüfung im Spannungsfeld zwischen Prüfung und Beratung“ über den Aufbau und die Organisation der Rechnungsprüfung im Stadtstaat Bremen. Des weiteren wurden die Möglichkeiten der Beratung durch die Rechnungsprüfung angesprochen und die damit verbundenen Vor- und Nachteile beleuchtet.

Der letzte Vortrag zum Thema „Die kommunale Finanzkontrolle – eine Darstellung und Analyse des Systems zu der finanziellen Kontrolle von Kommunen“ wurde von Herrn Prof. Dr. Mühlenkamp von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer gehalten.  Herr Prof. Mühlenkamp zeigte auf, dass in den einzelnen Bundesländern teilweise sehr unterschiedliche  System der kommunalen Finanzkontrolle bestehen und ging auf deren Stärken und Schwächen ein. Wie jeder guter Prüfer zeigte er jedoch nicht nur Schwachstellen auf, sondern gab auch Hinweise zu möglichen Verbesserungen der Finanzkontrolle.

Abgeschlossen wurde der Prüfertag mit der Mitgliederversammlung.

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Die Vorträge zu dieser Veranstaltung können unsere Mitglieder exklusiv im Mitgliederbereich herunterladen.